Fahrrad-Lexikon
Rennrad
Das Rennrad steht als Inbegriff für das sportliche Fahrrad. Rennräder faszinieren mit ihren schmalen Reifen, dem niedrigen Gewicht und der sportlichen Sitzposition. Mit diesem idealen Trainingsgerät bewältigen Ausdauersportler Entfernungen, die sonst nicht für möglich gehalten werden. Moderne Rennrahmen aus Aluminium oder Carbon sorgen für ein Höchstmaß an Stabilität auch bei hohen Geschwindigkeiten. Das Gesamtgewicht eines Rennrades liegt mitlerweile bei deutlich unter 9 Kilogramm. Moderne innovative Schalttechnolgie und verschiedenste Übersetzungsmöglichkeiten ermöglichen die individuelle Anpassung eines Rennrades an die Ansprüche und das Leistungsvermögen jeden Fahrers.
Rennradbremsen
Die Einführung zweigelenkiger Bremsen und die Optimierung der Übersetzung innerhalb der Bremsanlagen für Rennräder haben dazu geführt, dass auch die schnellsten Räder über ausreichend Bremspower verfügen. Inzwischen lassen sich auch bei Rennradbremsen die Bremsklötze optimal zur Felge ausrichten, was vor allem zu einer verbesserten Dosierung der Bremsleistung geführt hat.
Die Ansteuerung der Bremskörper findet durch Bowdenzüge statt. Da Rennräder fast ausschließlich auf der Straße eingesetzt werden, ist das Problem der Verschmutzung der Züge nicht so groß wie bei anderen Fahrradtypen. Die Auswahl an unterschiedlichen Bremsbelägen ist mitlerweile sehr groß, so dass sich für jeden Felgentyp, Einsatzbereich und persönlichen Geschmack die ideale Mischung finden lässt. Vor allem bei der Verwendung von Carbonfelgen ist sehr genau darauf zu achten, dass die Rennradbremsen mit den richtigen Bremsbelägen ausgestattet werden. Das Auswechseln der Bremsgummi ist sehr einfach, sie werden in den Bremsklotzträger eingeschoben, ohne dass die Einstellung der Klötze zur Felge geändert wird.
Scheibenbremsen und hydraulische Bremssysteme finden bei Rennrädern keine Verwendung. Das Thema Gewicht ist bei dieser Fahrradgattung zu wichtig. Die Kombination von Brems- und Schaltsystemen in einer Einheit ist bei Rennrädern optimal ausgereizt. Außerdem würde bei zu hohen Bremsleistungen in Verbindung mit der gringen Aufstandsfläche der Rennradbereifung eine Gefahr des Überbremsens bestehen.
Rücklichter
Moderne Rücklichter werden mit integriertem Rückstrahler und Standlichtfunktion angeboten. Den Strom für das Weiterleuchten im Stand, zum Beispiel beim Ampelstopp, liefern Batterien oder wartungsfreie Kondensatoren. Das Rücklicht leuchtet so für einige Minuten weiter, die Verkehrssicherheit wird deutlich erhöht. Innovative Rücklichter verfügen außerdem über eine Einschaltautomatik. Die Montage der Rücklichter erfolgt am Schutzblech oder, besser geschützt, am Gepäckträger.
Reifen
Reifen sind wahre Wunderwerke der Technik. Die Bereifung muss die Antriebsenergie auf die Straße übertragen und leistet bei Bremsen Schwerstarbeit. Ein Reifen soll dabei noch pannensicher sein, viele Kilometer überstehen und wenig Gewicht auf die Waage bringen. Viele Aufgaben für ein bisschen Gummi.
Unterschied Draht- und Faltreifen: Ein Drahtreifen ist der Standart bei den Fahrradreifen. Der Drahtring im Reifenwulst verhindert, dass der Reifen sich unter Druck ausweiten und so von der Felge abspringen kann. Der Faltreifen ist die optimierte Version. Hier wird der Drahtring durch ein Bündel aus Kevlarfäden ersetzt. Dadurch lässt sich der Reifen zusammenfalten und ist transportabel. Vor allem ist ein Faltreifen deutlich leichter als die Drahtversion.
Welche Aufgabe hat das Profil? Die Haftung zwischen Reifen und Straße wird allein durch die Haftreibung zwischen Gummi und Asphalt erzeugt. Da es beim Fahrrad kein Aquaplaning gibt, hat das Profil für die Haftung auf der Straße kaum eine Bedeutung. Viele Fahrradreifen, vor allem die Sportlichen, besitzen gar kein Profil. Im Gelände jedoch hat das Profil eine sehr große Bedeutung. Hier wird durch das Profil eine Verzahnung mit dem Untergrund hergestellt und ermöglicht es, dass die Antriebs-, Brems- und Lenkkräfte übertragen werden.
Der richtige Luftdruck: Der zulässige Luftdruck ist auf der Seitenflanke des Fahrradreifen angegeben. Je höher der Druck gewählt wird, umso geringer ist der Rollwiderstand, der Verschleiss und die Pannenanfälligkeit. Je geringer der Luftdruck ist, umso höher sind der Fahrkomfort und die Haftung des Reifens. Der richtige Luftdruck richtet sich in erster Linie nach Einsatzbereich, Reifenbreite, Fahrergewicht.
Reifengrößen: Die Maße eines Fahrradreifen werden nach der europäischen ETRTO-Norm angegeben. Dabei werden die Größen in Millimeter bemessen, zuerst das Maß der Mantelbreite, dann das Maß des Felgendurchmessers. Z.B. 47-622, dabei steht die 47 für die Breite von 47 mm. Der Durchmesser von 622 entspricht einer 28 Zoll Felge. Gängige Felgendurchmesser sind: 559 (26 Zoll MTB und Tourenrad); 571 (26 Zoll Rennrad); 622 (28 Zoll Renn- und Tourenrad); 630 (27 Zoll Tourenrad).
Rucksäcke
Rucksäcke für Radfahrer unterscheiden sich von normalen Rucksäcken. Fahrradrucksäcke sind den besonderen anatomischen Ansprüchen, die durch die Sitzposition auf dem Fahrrad entstehen, angepasst.
Folgendes ist bei der Auswahl des richtigen Rucksacks zu beachten:
Die richtige Größe richtet sich nach dem Einsatzgebiet. Möchte man nur Dinge für eine Tagesausfahrt verstauen, bietet sich ein so genannter Daypack an. Je mehr Dinge transportiert werden sollen, je größer muss der Rucksack sein.
Das richtige Gurt- und Trägersystem richtet sich nach der Sitzposition auf dem Rad. Je sportlicher der Fahrer auf dem Rad sitzt, umso mehr drückt der Rucksack auf den Rücken. Ein Trägersystem, das den Rucksack auf Abstand zum Rücken hält, ist dann sinnvoll. Bauch- und Brustgurte helfen, die Last auf den ganzen Oberkörper zu verteilen.
Bei hohen Temperaturen oder bei intensiver körperlicher Belastung trägt ein Rucksack zu vermehrter Schweißbildung bei. Wichtig ist daher ein wirksames Lüftungssystem und die Verwendung von atmungsaktiven Materialien am Rucksack.
Verschiedene Außentaschen eignen sich, um z.B. Kleinigkeiten und Werkzeuge zu verstauen, die der Radfahrer im schnellen Zugriff haben möchte.
Auf langen Touren ist es sinnvoll, Getränke nicht nur in Radflaschen zu transportieren, sondern auch in großvolumigen Trinksystemen. In vielen Rucksäcken lassen sich diese Reservoires verstauen, Führungen für den Trinkschlauch sind schon vorbereitet.
Rollentrainer
Rollentrainer sind ideale Trainingsgeräte um ein radspezifisches Krafttraining durchzuführen. Der große Vorteil der Trainingsrolle gegenüber einem Heimtrainer oder einem Spinningrad ist, dass der Sportler auf seinem eigenem Rad trainiert und somit eine hohe Effektivität erreicht.
Grundsätzlich unterscheidet man zwischen dem freien und dem festen Rollentrainer.
Bei der freien Rolle steht das Fahrrad auf drei Rollen. Das Hinterrad treibt zwei Rollen an, die durch ein Gummi die Rolle unter dem Vorderrad antreiben. Es drehen sich beide Laufräder und durch die entstehenden Kreiselkraft kann der Fahrer das Gleichgewicht halten mit einem reellen Fahrgefühl. Die Technik wird beim Trainig sehr gut geschult und es ist nicht so langweilig wie auf der festen Rolle. Neben der Technik lässt sich die Ausdauer trainieren, für ein Krafttraining eignet sich die freie Rolle allerdings nicht.
Bei einem Rollentrainer wird der Hinterbau des Fahrrades fest eingespannt, das Hinterrad treibt die Rolle mit dem verbundenen Bremssystem an. Es können sowohl die Technik als auch Ausdauer und vor allem die Kraft trainiert werden. Elektromagnetische Wirbelstrombremsen erzeugen Leistungen bis zu 400 Watt. Am Hinterrad sollte ein spezieller Reifen mit harter Mischung verwendet werden, um zu schnellem Verschleiss vorzubeugen. Computer mit diversen Programmen machen das Training abwechslungsreicher. Bei höherwertigen Geräten lassen sich sogar original Etappen der berühmten Rundfahrten nachfahren, die auf einem zusätzlichem Monitor originalgetreu gezeigt werden.
Das Trainieren auf einer Rolle ist sehr Schweiss treibend. Daher sollte der Raum gut belüftet werden. Außerdem sollte das Rad vor tropfendem Schweiss geschützt werden, um Korrosion zu vermeiden.
Rudergeräte
Die rudertypischen Bewegungen sind ein ideales Training für die Bein- und Rückenmuskulatur. Je nach Höhe des gewählten Widerstandes lassen sich Ausdauer, Kraft und Kraftausdauer üben.
Rudergeräte sind hervorragend geeignet, wenn Sie die großen Muskelgruppen trainieren und gleichzeitig die Ausdauer steigern möchten. Der Bewegungsablauf erfordert den Einsatz der Arme, der Beine, der Schultern und des Rückens. Neben der Kräftigung jener Bereiche wird beim Training mit einem Rudergerät auch die Koordinationsfähigkeit gesteigert.
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